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Mitten im Leben.

Wünsche und Verwirklichungschancen von Frauen zwischen 30 und 50 Jahren. Hrsg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin 2016.

Frauen zwischen 30 und 50 Jahren haben heute mehr Möglichkeiten als frühere Generationen. Sie wollen erwerbstätig sein, weil dadurch ihr Selbstwertgefühl und ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit gestärkt werden. Ihre berufliche Qualifikation ist heute genauso gut wie die der Männer. Dennoch sind nach wie vor tradierte Rollenbilder, Verhaltensmuster und Fehlanreize wirksam, welche die bestehende Entgeltungleichheit befördern. So arbeiten Frauen viel häufiger in Teilzeit: Trotz guter Qualifikation sind nur 39 Prozent der Frauen im Alter von 30 bis 50 Jahren Vollzeit erwerbstätig – aber 88 Prozent der Männer. Für den Zusammenhalt der Gesellschaft ist Gleichberechtigung nach Auffassung von 83 Prozent der Frauen ein notwendiges Basiselement - nur 12 Prozent sind der Ansicht, dass Gleichstellung zwischen Frauen und Männern bereits voll und ganz realisiert ist. Über 90 Prozent der Frauen fordern gleichen Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit. Für die repräsentative Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums wurden mehr als 3000 Interviews mit Männern und Frauen geführt. Ziel war es, die Einstellung der deutschen Bevölkerung zu Einkommensgerechtigkeit zu untersuchen.

Gerade in der Mitte des Lebens werden weichenstellende Entscheidungen getroffen, die viele Frauen zunehmend vom Einkommen ihres Partners oder staatlichen Transferleistungen abhängig machen. Die praktische Lebenswirklichkeit der Frauen bleibt so weit hinter ihren Potenzialen und Wünschen zurück. Nur 14 Prozent der Frauen leben in einer gleichgestellten Partnerschaft, in der sich beide die Aufgaben für Haushalt und Kinder teilen und das Haushaltseinkommen erwirtschaften.